Offener Brief zur geplanten niveaufreien Bahnquerung in Zeuthen

Sehr geehrte Gemeindevertreter,

Zeuthen steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung: Die geplante Bahnquerung wird unsere Gemeinde über Jahrzehnte prägen – in verkehrlicher, ökologischer und sozialer Hinsicht. Als Bürgerinitiative Verkehrsberuhigung und Waldschutz Zeuthen verfolgen wir die Entwicklungen mit größter Aufmerksamkeit.

Unser Anliegen ist es nicht, sinnvolle Entwicklungen zu blockieren. Im Gegenteil: Wir erkennen die Notwendigkeit einer verbesserten Bahnquerung und möchten konstruktiv zu einer zukunftsorientierten Lösung beitragen, die den Bedürfnissen aller Zeuthener·innen gerecht wird.

Wir wenden uns an Sie, weil wir befürchten, dass bei dem geplanten Vorgehen wichtige Aspekte außer Acht gelassen werden. Insbesondere der Zeitplan für die Entscheidung in der Gemeindevertretung (GV) erscheint uns problematisch:

 

1. Ungünstiger Entscheidungstermin am 7. Oktober 2025

Die für den 7. Oktober 2025 geplante Entscheidung der Zeuthener GV zur Bahnquerung ist verfrüht. Nur zwei Tage zuvor, am 5. Oktober, findet in Eichwalde die Bürgerentscheidung zur Bahnquerung statt. Das Ergebnis dieses Bürgerentscheids ist auch für die Zeuthener Entscheidung relevant. Ein sinnvoller Termin für die Entscheidung der Zeuthener GV wäre daher der 25. November 2025.

  • Eine Entscheidung der Zeuthener GV am 25. November gewährleistet, dass sich die Fachausschüsse – der Umweltausschuss am 11. November und der Ausschuss für Ortsentwicklung am 18. November – zuvor eingehend mit der Entscheidung der Eichwalder Bürger·innen auseinandersetzen können.
  • Die Entscheidung der Eichwalder Bürger·innen kann nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidet sich Eichwalde gegen eine Bahnquerung, wird dies erhebliche Auswirkungen auf die Planung einer Zeuthener Querung haben, insbesondere hinsichtlich der Konzentration des überregionalen Verkehrsaufkommens in unserer Gemeinde.
  • Fachausschüsse sind für den politischen Entscheidungsprozess von essenzieller Bedeutung. Der geplante Entscheidungstermin am 7. Oktober verhindert jedoch die Einbindung der Fachausschüsse vollständig.

 

2. Überregionale Verkehrsplanung

Eine neue Bahnquerung in Zeuthen darf keinen überregionalen Verkehr anziehen. Sie muss in ein überregionales Verkehrskonzept integriert werden.

  • Zwangsläufig wird eine Bahnquerung ohne gleichzeitige Kombination mit Umgehungsstraßen mehr Verkehr anziehen. Um dieser Sogwirkung vorzubeugen und der allgemeinen Zunahme des Verkehrs in der Region sinnvoll zu begegnen, ist ein überregionales Verkehrsplanungskonzept zwingend erforderlich.
  • Bisher wurde die überregionale Verkehrsplanung jedoch kaum berücksichtigt. Dies muss sich ändern. Damit der überregionale Verkehr künftig nicht durch unsere Gemeinde fließt, sollte die Planung der Bahnquerung in Zeuthen in ein überregionales Verkehrsplanungskonzept eingebettet sein. Nur so lassen sich erhöhtes Stauaufkommen sowie Gesundheits- und Unfallrisiken vermeiden.

 

3. Schutz des Hankelwaldes

Keine Landesstraße durch den Hankelwald. Dies muss die Vorgabe für die Deutsche Bahn und das Planfeststellungsverfahren sein.

  • Im E-Mail-Verkehr mit der Deutschen Bahn weist diese darauf hin, dass Varianten, die in der Vorplanung betrachtet wurden, aufgrund von „belastbaren Gründen“ ausgeschlossen werden können.
  • Die Argumente gegen die Variante „Landesstraße durch den Hankelwald“ sind bekannt: Der Wald erfüllt wichtige Funktionen für die Klimaanpassung, als CO2- Speicher, für den Gewässer- und Bodenschutz, für die Naherholung und für den Grundwasserschutz.
  • Die Gemeinde Zeuthen sollte diese wichtigen Funktionen des Hankelwaldes beachten und diesen aktiv schützen. Rodungen am Hankelweg sowie im Hankelwald müssen daher von der Zeuthener GV explizit ausgeschlossen werden.
  • Stattdessen müssen bereits diskutierte Alternativen erneut in die Diskussion eingebracht werden, zum Beispiel eine Verkehrsführung über den Forstweg mit einer sogenannten „S-Lösung“, ähnlich der Planungsskizze von 2007 (siehe Anhang).

Zeuthen steht vor einer wichtigen Entscheidung mit langfristigen Auswirkungen – auf Natur, Gesundheit, Verkehr und das gesellschaftliche Miteinander. Wir bitten Sie, diese Entscheidung mit Weitsicht und Verantwortung zu treffen und dabei den Waldschutz als zentrales Kriterium zu berücksichtigen.

Wir stehen jederzeit für einen Austausch zur Verfügung und freuen uns darauf, mit Ihnen über Lösungen zu sprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Bürgerinitiative Verkehrsberuhigung und Waldschutz Zeuthen

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.